Klosterturm Solovki
Solovki.org - Home
Hintergrund
Solovki als Wirtschaftsunternehmen
Das Projekt
Das Seminar
Literatur
Über Solovki
Geographische Lage
Das Kloster
Die Lagerzeit
Die Gegenwart
Die Zukunft
Tourismus
Links
Die Reise
Planung
Finanzierung
Teilnehmer
Programm
Tagebuch
Bilder
Ergebnisse
Referate
Hausarbeiten
Das Buch
Artikel
Zuschriften
Impressum
Danksagungen
Organisation
Inhalte & Gestaltung
 
Valid HTML 4.0!
 
Copyright © 2001 by
http://www.solovki.org/
Site last updated:
2001-12-17 22:46
 


Zwangsarbeit im GULag

  • Verschiedene Quellen bezeichnen das GULag als wirtschaftlich bedeutendes System für die UdSSR und deren Industrialisierung
  • Zwangsarbeitssystem erschließt Gebiete für die wirtschaftliche Ausbeutung und Siedlung, welche bis dahin nicht oder nur dünn besiedelt waren und wirtschaftlich keine Rolle spielten
  • 1930-1940 irrationale Ausnutzung billiger Arbeitskraft, politische und repressive Strafmaßnahmen haben gegenüber wirtschaftlicher Ausnutzung Vorrang
  • Zwangsarbeit soll primär erzieherische Wirkung entfalten
  • 1940-1950 gezielte Ausnutzung des Potentials der Häftlingsarbeit und Suche nach Möglichkeiten der Effizienzsteigerung
  • wichtige Projekte der Industrialisierung mit Hilfe von Zwangsarbeit aus den Lagern waren:
    • Bau des Weißmeerkanals
    • Bau des Moskau-Wolga-Kanals (90% der Erdarbeiten 1935 durch Häftlinge)
    • allgemein infrastrukturelle Baumaßnahmen wie Eisenbahnen und Straßen
    • Erkundung und Erschließung von Rohstofflagerstätten und anschließende Förderung z.B. Bau des Nickel-Kombinates in Norilsk
    • Bau und Betrieb von Verarbeitungsbetrieben für Agrarprodukte (zwischen 1937 und 1942 betrugen die Kapitalinvestitionen in der Landwirtschaft unter der Verwaltung des GULag ca. 7% der Gesamtkapitalinvestitionen der UdSSR)
  • zum Teil wurden Lagerunternehmen zum Zwecke der Verfügbarkeit von Arbeitskraft mit Häftlingen aufgefüllt
  • Problem der ökonomischen Ineffizienz des Lagersystems ist den Wirtschaftsplanern der UdSSR bekannt
  • verschiedene Versuche die Effizienz zu steigern (u.a. durch materielle Anreizsysteme) bringen statt Erfolge gesamtwirtschaftliche Nachteile

Allgemeines Problem der Bewertung der Zwangsarbeit in der UdSSR und im GULag

  • ungesicherte Daten, da sich die Definitionen und Erhebungsmethoden von wirtschaftlichen Kenndaten in der Planwirtschaft und Marktwirtschaft zum Teil erheblich unterscheiden
  • ökonometrische Berechnungen werden sehr erschwert und u.U. unmöglich
  • in der Regel mangelhafte Definitionssicherheit bei Autoren in der Verwendung ökonomischer Fachbegriffe
  • eine Bewertung der Quellen wird stark erschwert bzw. erfolgt verzerrt
  • ungenügende Abgrenzung der Daten gegenüber klar bestimmten Basen
  • Verzerrung der Darstellung als auch der Berechnungen und Interpretationen
  • an die Stelle ökonometrischer Abschätzungen und Berechnungen treten bei der Beschreibung der wirtschaftlichen Bedeutung des GULag für die sowjetische Volkswirtschaft oftmals bloße Zahlen von Gefangenen, Betrieben in welchen diese arbeiten, Produktionskennziffern etc.
  • keine Aussage über den Anteil der Zwangsarbeit am BIP, vorgelagerte und nachgelagerte Kopplungseffekte, keine Aussage über Alternativzahlen und -modelle kontrafaktischer Geschichtsschreibung
  • bisher keine wirkliche Einschätzung der Bedeutung des GULag für die Wirtschaft

Literatur:

  • Dittmar Dahlmann (Hrsg.) Lager, Zwangsarbeit, Vertreibung und Deportation, Klartext-Verlag, Essen 1999
  • Edwin Bacon The Gulag at War, Basingstoke, 1996
  • Friedrich A. von Hayek Individualismus und wirtschaftliche Ordnung, 1952
  • Friedrich A. von Hayek Two Pages of Fiction: The Impossibility of Socialist Calculation, in: C. Nishiyama and K. Leube, The Essence of Hayek, 1984
  • Friedrich v. Gottl-Ottlilienfeld Der Mythus der Planwirtschaft, Fischer Verlag, Jena 1932
  • Ludwig von Mises Die Gemeinwirtschaft: Untersuchungen über den Sozialismus, 1922
  • Ludwig von Mises Planned Chaos, 1947
  • Oskar Lange, Fred M. Taylor On the Economic Theory of Socialism, Univ. of Minnesota Press 1938