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Zwangsarbeit im GULag
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Verschiedene
Quellen bezeichnen das GULag als wirtschaftlich bedeutendes
System für die UdSSR und deren Industrialisierung
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Zwangsarbeitssystem
erschließt Gebiete für die wirtschaftliche
Ausbeutung und Siedlung, welche bis dahin nicht oder
nur dünn besiedelt waren und wirtschaftlich keine
Rolle spielten
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1930-1940
irrationale Ausnutzung billiger Arbeitskraft, politische
und repressive Strafmaßnahmen haben gegenüber
wirtschaftlicher Ausnutzung Vorrang
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Zwangsarbeit
soll primär erzieherische Wirkung entfalten
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1940-1950
gezielte Ausnutzung des Potentials der Häftlingsarbeit
und Suche nach Möglichkeiten der Effizienzsteigerung
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wichtige
Projekte der Industrialisierung mit Hilfe von Zwangsarbeit
aus den Lagern waren:
- Bau
des Weißmeerkanals
- Bau
des Moskau-Wolga-Kanals (90% der Erdarbeiten 1935
durch Häftlinge)
- allgemein
infrastrukturelle Baumaßnahmen wie Eisenbahnen
und Straßen
- Erkundung
und Erschließung von Rohstofflagerstätten
und anschließende Förderung z.B. Bau
des Nickel-Kombinates in Norilsk
- Bau
und Betrieb von Verarbeitungsbetrieben für
Agrarprodukte (zwischen 1937 und 1942 betrugen die
Kapitalinvestitionen in der Landwirtschaft unter
der Verwaltung des GULag ca. 7% der Gesamtkapitalinvestitionen
der UdSSR)
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zum
Teil wurden Lagerunternehmen zum Zwecke der Verfügbarkeit
von Arbeitskraft mit Häftlingen aufgefüllt
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Problem
der ökonomischen Ineffizienz des Lagersystems ist
den Wirtschaftsplanern der UdSSR bekannt
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verschiedene
Versuche die Effizienz zu steigern (u.a. durch materielle
Anreizsysteme) bringen statt Erfolge gesamtwirtschaftliche
Nachteile
Allgemeines
Problem der Bewertung der Zwangsarbeit in der UdSSR und
im GULag
- ungesicherte
Daten, da sich die Definitionen und Erhebungsmethoden
von wirtschaftlichen Kenndaten in der Planwirtschaft
und Marktwirtschaft zum Teil erheblich unterscheiden
- ökonometrische
Berechnungen werden sehr erschwert und u.U. unmöglich
- in
der Regel mangelhafte Definitionssicherheit bei Autoren
in der Verwendung ökonomischer Fachbegriffe
- eine
Bewertung der Quellen wird stark erschwert bzw. erfolgt
verzerrt
- ungenügende
Abgrenzung der Daten gegenüber klar bestimmten
Basen
- Verzerrung
der Darstellung als auch der Berechnungen und Interpretationen
- an
die Stelle ökonometrischer Abschätzungen und
Berechnungen treten bei der Beschreibung der wirtschaftlichen
Bedeutung des GULag für die sowjetische Volkswirtschaft
oftmals bloße Zahlen von Gefangenen, Betrieben
in welchen diese arbeiten, Produktionskennziffern etc.
- keine
Aussage über den Anteil der Zwangsarbeit am BIP,
vorgelagerte und nachgelagerte Kopplungseffekte, keine
Aussage über Alternativzahlen und -modelle kontrafaktischer
Geschichtsschreibung
- bisher
keine wirkliche Einschätzung der Bedeutung des
GULag für die Wirtschaft
Literatur:
- Dittmar
Dahlmann (Hrsg.) Lager, Zwangsarbeit, Vertreibung und
Deportation, Klartext-Verlag, Essen 1999
- Edwin
Bacon The Gulag at War, Basingstoke, 1996
- Friedrich
A. von Hayek Individualismus und wirtschaftliche Ordnung,
1952
- Friedrich
A. von Hayek Two Pages of Fiction: The Impossibility
of Socialist Calculation, in: C. Nishiyama and K. Leube,
The Essence of Hayek, 1984
- Friedrich
v. Gottl-Ottlilienfeld Der Mythus der Planwirtschaft,
Fischer Verlag, Jena 1932
- Ludwig
von Mises Die Gemeinwirtschaft: Untersuchungen über
den Sozialismus, 1922
- Ludwig
von Mises Planned Chaos, 1947
- Oskar
Lange, Fred M. Taylor On the Economic Theory of Socialism,
Univ. of Minnesota Press 1938
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